Architektur, die verbindet: Das Bildungszentrum „Am Hertinger Tor“
Das Bildungszentrum „Am Hertinger Tor“ ist Unnas größtes bildungspolitisches Projekt der vergangenen Jahrzehnte. Beim Bau des „windmühlenflügelartig“ angelegten Gebäudes standen Gemeinschaft und Zukunftsfähigkeit im Fokus.
In der Kreisstadt Unna im östlichen Ruhrgebiet bietet ein modernes Schul- und Kita-Gebäudeensemble seit 2025 einen zukunftsorientierten Raum für Kinder, Familien und kommende Generationen. Die bhp Architekten aus Bielefeld haben in Zusammenarbeit mit der assmann Gruppe aus Dortmund für 34 Millionen Euro einen Neubau realisiert, der ein moderner Ort des Lernens darstellt. „Investitionen in Kinder und Jugendliche sind die schönsten Investitionen, die wir tätigen können. Denn wir investieren nicht in Steine, sondern in Köpfe und die Zukunft unserer Stadt“, betonte Unnas Bürgermeister Dirk Wigant bei der Schlüsselübergabe.
Gruppiert um eine gemeinsame Mitte
Im Bildungszentrum „Am Hertinger Tor“ bestand eine der Herausforderungen darin, zwei Grundschulen, eine Kita als Familienzentrum und eine neue Sporthalle in eine kleinteilige Umgebung zu integrieren. Gelungen ist dies durch die „windmühlenflügelartige“ Anordnung von insgesamt vier einzelnen Häusern um eine zentrale Mitte. Ein Luftraum mit großer Spiel- und Bühnentreppe verbindet die Gebäudeteile, erleichtert die Orientierung und schafft gleichzeitig Begegnungsräume. Auch die Klassen- und Gruppenräume der Grundschule gruppieren sich um einen gemeinsamen offenen Lernbereich.
Moderne und zukunftsfähige Bauweise
Durch den Einsatz von viel Holz wirkt das Bildungszentrum von außen wie von innen einladend und passt sich harmonisch in die Umgebung ein. Die Außenfassaden aus vertikalen, strukturierten Holzlamellen sind von großflächigen Verglasungen durchbrochen, die Transparenz schaffen. E-Ladesäulen, Gründächer und eine Photovoltaikanlage minimieren den ökologischen Fußabdruck und liefern ein praktisches Beispiel für ressourcenschonendes Handeln. „Bei einem technischen Gesamtvolumen von 3,7 Millionen Euro wurden die Ansprüche an eine ökologische Bauweise weitergeführt und neben der Photovoltaikanlage eine Fußbodenheizung in Kombination mit einer CO₂ gesteuerten Klassenraumlüftung umgesetzt“, erläutert Dipl.-Ing. Klaus Dörfer von der assmann Gruppe, die für die technische Ausrüstung federführend war. Der Campus erfüllt den Energiestandard KfW-Effizienzhaus 55.
Troldtekt-Deckenplatten runden das Gesamtkonzept ab
Im Inneren des lichtdurchfluteten Neubaus schaffen helles Holz sowie helle Böden und Wände eine einladende und beruhigende Atmosphäre. Bewusst kommen hier nur wenige Materialien und dezente Farben zum Einsatz, um so der Gestaltung und Belebung durch die Nutzer den Vorrang zu lassen. Die Troldtekt-Platten in Natur Hell an den Decken runden das gestalterische Gesamtkonzept harmonisch ab, tragen zu einem ausgeglichenen Innenraumklima bei und gewährleisten eine optimale Akustik im gesamten Neubau und damit zu einer verbesserten Aufenthaltsqualität.
Um den schallharten Materialien der in Sichtbeton ausgeführten Wände und der daraus resultierenden fehlenden Schallabsorption im zentralen Treppenhaus entgegenzuwirken, wurden an der tragenden Konstruktion der Freitreppe Troldtekt-Akustikplatten hinter einer Leistenverkleidung montiert. Sie passen sich im Farbton Natur Hell nicht nur gestalterisch perfekt ein, sondern garantieren auch eine Verringerung der Nachhallzeiten im lebendigen Schulalltag.