EPDs dokumentieren die Klimaauswirkung

Die Umweltproduktdeklarationen (EPDs) für Troldtekt-Akustikplatten dokumentieren die Klimaauswirkung über den gesamten Lebenszyklus der Produkte.

Hier können Sie die EPDs von Troldtekt herunterladen

Kurzvorstellung

EPDs für unsere Standardplatten

Die aktuellen EPDs von Troldtekt dokumentieren unter anderem die CO₂e-Auswirkung beziehungsweise das Global Warming Potential (GWP) über den gesamten Lebenszyklus der Akustikplatten. Die EPDs wurden 2025 und 2026 von EPD Danmark veröffentlicht und nach der Norm EN 15804:2012+A2:2019 erstellt.

Die EPDs umfassen drei Standardplatten, die auf unseren drei verschiedenen Bindemitteltypen basieren:

  • Troldtekt-Akustikplatten 25 mm Natur Hell (weißer Portlandzement)
  • Troldtekt-Akustikplatten 25 mm FUTURECEM™
  • Troldtekt-Akustikplatten 25 mm LEC

 

Die Bindemittel Troldtekt LEC und FUTURECEM haben eine niedrigere CO₂e-Auswirkung als herkömmlicher weißer Zement. LEC steht für Lower Embodied Carbon, und Sie erreichen die niedrigste Klimaauswirkung, wenn Sie sich für Troldtekt-Akustikplatten mit LEC entscheiden.

Hier erfahren Sie mehr über unsere Rohstoffe

CO₂e-Auswirkung und Lebenszyklusphasen im Überblick

Hier sehen Sie die CO₂e-Auswirkung der drei Standardvarianten der ungestrichenen Troldtekt-Akustikplatten. Außerdem erhalten Sie einen Überblick über die berücksichtigten Lebenszyklusphasen.

Nicht alle Phasen sind in allen Märkten deklarationspflichtig. Da wir unsere Produkte in mehreren Märkten vertreiben und größtmögliche Transparenz über die Klimaauswirkungen unserer Produkte anbieten möchten, haben wir jedoch alle Phasen berücksichtigt.

Die CO₂e-Auswirkung im Detail

  • In A1-A3 (Produktion) ist die für mehrere Varianten negativ, da das Holz mehr CO₂ aufnimmt als bei Rohstoffen, Transport und Produktion freigesetzt wird.
  • A4-A5 (Konstruktion) umfasst den Transport zur Baustelle und den Rücktransport von Holzwolleleichtbau-Abfällen an Troldtekt. Daher ist die CO₂e-Auswirkung positiv.
  • In B1-B7 (Verwendung) ist die Auswirkung negativ, da die Platten CO₂ durch sogenannte Carbonatisierung aufnehmen.
  • In C1-C4 (Entsorgung) ist die CO₂e-Auswirkung positiv, da das biogene CO₂ aus dem Holz freigesetzt wird.
  • In Phase D (Recyclingpotenzial) sind die CO₂e-Emissionen negativ, da Energie aus der Verbrennung den Bedarf an fossiler Energie reduziert.
  • Bitte beachten: Die gesamte CO₂e-Auswirkung ist etwas höher bei Deponierung und etwas niedriger, wenn die Platten zerkleinert und dem biologischen Kreislauf zugeführt werden. Die Zahlen zu beiden Szenarien sind den EPDs zu entnehmen.

FAQ: So verwenden Sie die EPDs von Troldtekt

Warum sind die EPDs wichtig?

Eine EPD ermöglicht es Ihnen als Architekt, Bauunternehmer oder Bauherr, die Umweltauswirkungen verschiedener Baumaterialien zu bewerten, darunter des Treibhauspotenzials (Global Warming Potential, GWP), das den CO2e-Fußabdruck des Materials angibt. Auf der Grundlage der verschiedenen Daten in den EPDs können Sie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Baumaterialien auf Basis einer fundierten Grundlage miteinander vergleichen.

In einigen Ländern wie zum Beispiel Dänemark haben die Behörden eine Obergrenze für den zulässigen CO2e-Fußabdruck von Neubauten festgelegt. In Dänemark ist der Grenzwert als CO2e-Fußabdruck pro Quadratmeter pro Jahr festgelegt. In anderen Ländern wie etwa Schweden wird mit dem gesamten CO2e-Fußabdruck des Gebäudes über 50 Jahre gerechnet.

Bei Ihrer Dokumentation des CO2e-Fußabdrucks spielen auch produktspezifische EPDs eine zentrale Rolle. In den EPDs von Troldtekt wird der CO2e-Fußabdruck als Gesamtwert über eine Lebensdauer von 50 Jahren berechnet.

Worauf müssen Sie beim Vergleich von EPDs besonders achten?

Beim Vergleich von EPDs für Produkte müssen Sie auf mehrere Punkte achten. Hier sind vier der wichtigsten: 

 

Nach welcher Norm wurde die EPD erstellt?

2021 wurde die Erstellung von EPDs nach der Norm EN 15804+A2 verpflichtend. Es ist jedoch zu beachten, dass EPDs in der Regel fünf Jahre gültig sind, so dass Sie bis Mitte 2027 immer noch EPDs finden können, die nach der früheren Norm EN 15804+A1 erstellt wurden.

 

Passt die EPD zu dem Produkt, das Sie sich ansehen? 

Hersteller können unterschiedliche EPDs für verschiedene Produkte haben, und neue Produktaktualisierungen sind möglicherweise nicht in der EPD enthalten.  

Vergleichen Sie die richtigen Phasen?

Es ist wichtig, dieselben Phasen des Produktlebenszyklus zu vergleichen, wenn Sie sich die Daten ansehen. Bitte beachten Sie, dass EPDs, die nach der alten Norm (EN 15804+A1) erstellt wurden, weniger Phasen enthalten können als die neueren EPDs (nach EN 15804+A2). Dies kann einen Vergleich der Daten erschweren. EPDs auf der Grundlage von EN 15804:2013 können aufgrund aktualisierter Berechnungsmethoden auch nicht direkt mit EPDs auf der Grundlage von EN 15804:2012+A2:2019 verglichen werden.

 

Welche Maßeinheiten vergleichen Sie? 

Die so genannte „deklarierte Einheit“ in EPDs kann variieren. Bei Troldtekt verwenden wir Quadratmeter als Einheit, damit der Fußabdruck einfach anhand der gesamten Deckenfläche berechnet werden kann. In anderen EPDs können die Daten beispielsweise nach dem Gewicht der Produkte berechnet worden sein.  

 

Ist die EPD produktspezifisch oder allgemein?

Produktspezifische EPDs wie diejenigen von Troldtekt beschreiben, wie sich ein spezifisches Baumaterial auf die Umwelt auswirkt. Wenn es jedoch keine EPD für das Baumaterial gibt, das Sie verwenden möchten, können Sie entweder eine sogenannte Branchen-EPD wählen, die auf dem Durchschnitt für einen Typ eines Baustoffs basiert, oder mit generischen Daten aus einer Datenbank rechnen. 

Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie immer produktspezifische EPDs wählen, da sie die genauesten Daten liefern. 

Wer hat die EPDs von Troldtekt erstellt?

Die EPD wird normalerweise vom Hersteller des Baumaterials erstellt. Die Deklaration basiert auf einer gründlichen Lebenszyklusanalyse, die im Fall von Troldtekt von dem externen Lebenszyklusanalytiker M. Sc. Stefan E. Danielsson erstellt wurde. 

Die dänische Organisation EPD Danmark hat die EPDs von Troldtekt veröffentlicht, nachdem sie von einem unabhängigen Prüfer, der EPD Danmark angeschlossen ist, verifiziert wurden. Somit werden unsere EPDs von zwei verschiedenen externen Stellen erstellt bzw. geprüft.   

Wie verwenden Sie EPDs in der Praxis?

Als Berater oder am Bau Beteiligter können Sie eine bestimmte Menge Troldtekt-Akustikplatten in eine umfassende digitale Lebenszyklusberechnung des ökologischen Fußabdrucks eines Gebäudes einbeziehen. Das digitale Format spart Zeit gegenüber der manuellen Eingabe und minimiert zudem das Fehlerrisiko.

Bei EPD Danmark sind die EPDs in einem Format verfügbar, das direkt in das digitale Tool in LCAbyg importiert werden kann.

Wie werden die Tabellen in der EPD gelesen?

Die Tabellen mit den Ergebnissen aus der Lebenszyklusanalyse sind ein zentrales Element der EPDs. Hier werden die Fußabdrücke der Produkte  in den verschiedenen Lebenszyklusphasen mit unterschiedlichen Einheiten dargelegt, je nachdem, ob es um den CO2e-Fußabdruck, Versauerung, Energieverbrauch oder andere Aspekte geht.

In Spalte 1 der Tabellen wird genannt, wofür die Zahlen stehen. Ein Beispiel ist GWP, das für Global Warming Potential (Treibhauspotenzial) steht. Die Abkürzungen werden unter jeder Tabelle erläutert.

Spalte 2 zeigt die Einheit, in der die Zahlen berechnet werden. Für GWP ist die Einheit „kg CO2-Eq.“, was für Kohlendioxidäquivalent pro deklarierter Einheit des Baumaterials steht. Die Zahl umfasst alle Treibhausgase und deren unterschiedliche ökologische Fußabdrücke werden in einen vergleichbaren (äquivalenten) Wert umgerechnet.

Aus den übrigen Spalten geht hervor, über welche Lebenszyklusphasen des Baustoffs der Wert Auskunft gibt. Die Zahlenwerte in den Tabellen werden oft mit wissenschaftlichen Zahlen ausgedrückt. Wenn in der Tabelle also E+ steht, müssen Nullen nach der Zahl platziert werden und wenn dort E- steht, müssen Nullen vorangestellt werden (Dezimalzahl). Entsprechend bedeutet E+0, dass die vorstehende Zahl der reale Wert ist. Hier folgen drei Beispiele:

  • -1,82E-01 entspricht -0,182 (Natur Hell, GWP gesamt in A1-A3)
  • 2,27E+01 entspricht dem Wert 22,7 (Natur Hell, GWP gesamt in D (Szenario (ii))
  • 1,10E+00 entspricht dem Wert 1,10 (Natur Hell, GWP gesamt in A5)

Warum sind einige Phasen im Minus und andere im Plus?

Die EPDs sind wie gesagt ein gutes Werkzeug, um sich einen Überblick über die Umweltauswirkungen in den verschiedenen Lebensphasen des Baumaterials zu verschaffen – allerdings müssen die Phasen immer im Zusammenhang betrachtet werden. Unter anderem muss die Summe des sogenannten biogenen CO2e in einer EPD immer Null sein. Das bedeutet, dass das CO2e, welches in einer früheren Phase im Produkt gespeichert wird, in einer späteren Phase wieder freigesetzt wird (-1/+1-Methode).   

Biogenes CO2e deckt das Kohlendioxid ab, das im biologischen Kohlenstoffkreislauf enthalten ist und in biobasierten Rohstoffen wie Holz gespeichert wird. Fossiles CO2e hingegen stammt aus Erdöl, Kohle und Gas. 

Nehmen wir Troldtekt Platten als Beispiel: 

>       Bei Troldtekt-Akustikplatten sind die Rohstoffe Holz und Zement. Während die Zementproduktion einiges an CO2e ausstößt, bildet das Holz ein deutliches Gegengewicht, da Holz während seines Wachstums Kohlendioxid bindet. Dies ist biogenes CO2e.

>       Die Summe aus Holz und Zement gibt Troldtekt Platten einen niedrigen CO2e-Wert in der Rohstoffphase, und da wir fast ausschließlich CO2e-neutrale Energie (Strom aus Windkraft und Biobrennstoff in unserem eigenen Ofen) in der Produktion verwenden, liegt der gesamte CO2e-Fußabdruck in den Produktionsphasen A1–A3 unter Null.

>       Das biogene CO2e wird jedoch nach Ende der Lebensdauer wieder aus dem Holz freigesetzt, und die Phasen C3/C4 haben daher einen CO2e-Fußabdruck im Plus. Insgesamt ist der Rohstoff Holz in der Lebenszyklusberechnung somit CO2e-neutral.

Gibt es Unterschiede bei den Vorschriften der verschiedenen Länder?

Es gibt große Unterschiede zwischen den nationalen Vorschriften. Daher ist es wichtig, dass Sie sich mit den Vorschriften des Landes vertraut machen, in dem Sie bauen. In einigen Ländern wie Dänemark wurde eine Obergrenze für den CO2e-Fußabdruck von Neubauten festgelegt. Die Grenzen können in anderen Ländern abweichen oder nicht existieren.  

Wenn Sie die Lebenszyklusanalyse (LCA) eines Gebäudes gemäß den nationalen Vorschriften berechnen, sollten Sie auch beachten, welche EPD-Phasen Sie berücksichtigen können. In der Regel kann Phase D nicht in die LCA-Berechnung einbezogen werden.

Beachten Sie außerdem, dass es in einigen Ländern üblich ist, den gesamten CO2e-Fußabdruck des Gebäudes pro Quadratmeter, gemessen über 50 Jahre, zu berechnen, während es in anderen Ländern üblich ist, auf einen jährlichen CO2e-Fußabdruck pro Quadratmeter umzurechnen.  Der Fußabdruck von Troldtekt-Platten wird in den EPDs über 50 Jahre angegeben und muss somit durch 50 geteilt werden, wenn Sie auf einen jährlichen Fußabdruck pro Quadratmeter umrechnen.

Schließlich gibt es einige Märkte, in denen das biogene CO2e vollständig von der LCA-Berechnung ausgeschlossen wird. Das gilt beispielsweise in Schweden und Norwegen. Anstelle der im obigen Punkt beschriebenen Methode -1/+1 gilt hier das 0/0-Prinzip. Der gesamte Lebenszyklus-Fußabdruck einer Troldtekt Platte bleibt netto gleich, unabhängig davon, welche der beiden Methoden Sie verwenden, aber die Werte werden in den einzelnen Phasen unterschiedlich aussehen.