Kultursaal lädt nach Grönland ein

Das Grönländische Haus baut kulturelle Brücken zwischen Grönland und Aarhus.

Seit vierzig Jahren steht das Grönländische Haus – Det Grønlandske Hus – im vornehmen Villenviertel an Dalgas Avenue und Filtenborg Plads in Aarhus. Trotz der attraktiven Lage wussten bislang wohl nur wenige Ortsansässige, dass die weiße Villa eine Art „Botschaft“ Grönlands in ihrer Stadt ist. Jetzt eröffnet ein neuer Erweiterungsbau seine Türen für den Dialog mit der Umwelt – und das mit Stil.

Der Kultursaal ist zwar von bescheidener Größe, aber dennoch ein Gebäude von Format. Baulich orientiert es sich an der Umgebung, und die alte Blutbuche auf dem Grundstück ist Teil der Komposition. Der Entwurf für den Erweiterungsbau stammt von dem Architekturbüro Rubow Arkitekter, das seine Grundidee so beschreibt:

„Die Inspiration für den Bau ist das Sinnbild eines grönländischen Hauses: Ein knapp gehaltenes Holzhaus mit scharfen Linien und Satteldach. Die reine, präzise Form nimmt Rücksicht auf den architektonischen Kontext, während die Materialwahl und die Proportionen einen Kontrast dazu bilden.“

Der Kultursaal ist eigentlich eine Stahlkonstruktion, Fassaden und Dach sind jedoch sehr edel mit naturbelassenen Holzleisten verkleidet. Der Haupteingang liegt im Übergang zwischen der alten Villa und dem neuen Erweiterungsbau. Fassadenhohe Fenster bieten Einblicke von der Straße aus. Auf der Südseite befindet sich ein markanter Erker, der die ansonsten gerade Fassade des Baus durchbricht.

Innen wie außen

Das Foyer ist zugleich ein Verbindungsgang zwischen der alten Villa und dem Kultursaal, der sich so separat für Veranstaltungen nutzen lässt, die keinen Zutritt zum Grönländischen Haus erfordern. Der Saal an sich hat innen genau die gleiche Form wie außen. Eine schwarze Faltwand ermöglicht die Aufteilung in zwei separate Räume, wobei die Dachschrägen dank einer hoch sitzenden Glastrennwand von überall her in gesamter Länge sichtbar sind. Der hübsche Erker in der Südfassade sorgt für Tageslicht im Innern und bietet zugleich einen Sitzplatz mit Aussicht.

Zu den Materialien für den Innenausbau gehören Holzleisten, Sperrholzplatten und Troldtekt-Akustikdecken in der Farbe Natur Hell mit ultrafeiner Struktur. Zusammen erzeugen diese Elemente eine herrlich leichte Stimmung, die Assoziationen zu Sommerhäusern und gemütlichem Beisammensein weckt. Diese Atmosphäre passt perfekt zum Zweck des Kultursaals, der ein offener, ungezwungener Treffpunkt für grönländische und dänische Bürger werden soll, die sich an Grönlands einzigartiger Kultur erfreuen möchten.

Fakten

Projekt:
Erweiterung und Umbau des Grønlandske Hus in Aarhus. Dänemark
Architekten:
Rubow Arkitekter
Bauherr:
Aarhus Kommune und Det Grønlandske Hus
Troldtekt Produkte
Deckenverkleidung:
Troldtekt Akustikplatten
Farbe:
Natur Hell
Struktur:
Ultrafein (1,0 mm Holzwolle)
Kantenprofil:
5 mm Fase, K5
Montage:
Mit Troldtekt-Strukturschrauben
Text & Fotos
Text:
Thomas Mølvig, Architekt
Fotos:
Thomas Mølvig, Architekt