Gehörloser Kollege: Vom Jobtraining zum festen Teammitglied

Im September 2018 stellte Troldtekt den ersten gehörlosen Mitarbeiter in der Produktion ein. Obwohl er taub ist, arbeitet Patrick Mikkelsen gleichberechtigt mit seinen Kolleginnen und Kollegen zusammen.
Im September 2018 stellte Troldtekt den ersten gehörlosen Mitarbeiter in der Produktion von Akustiklösungen ein

In unserer Produktion ist es mittlerweile normal geworden, dass die Mitarbeitenden ihre Smartphones zücken, Gebärden nutzen oder Dinge an die Tafel schreiben. Seit Juni 2018 ist mit Patrick Mikkelsen nämlich ein gehörloser Kollege Teil des Teams. Er ist 28 Jahre alt und absolvierte ein Jobtraining im Werk Troldhede, das dann im Herbst in eine feste Vollzeitstelle als Platzmann umgewandelt wurde.

„Das Jobtraining bei Troldtekt hat mir richtig Spaß gemacht, und deshalb war ich auch freudig überrascht, als man mir im Anschluss eine Festanstellung ange­boten hat“, berichtet Patrick Mikkelsen.

Alternative Kommunikation
Patricks Gehörlosigkeit stellt besondere Anforderungen an die Kommunikation mit den Kollegen. Deshalb wurden in allen Abteilungen Whiteboards aufgestellt, auf denen sie Nachrichten an Patrick aufschreiben können, und es gibt mehrere Kollegen, die auf ihren Smartphones etwas schreiben oder diktieren, wenn
sie Patrick etwas sagen möchten.

„Im Alltag denkt hier keiner mehr darüber nach, dass Patrick taub ist. Es gehört für uns zum Arbeitsalltag, dass die Kommunikation mit Patrick auf andere Art vor sich geht, also per Whiteboard oder Gebärden, und wir haben noch nie erlebt, dass eine Mitteilung verloren gegangen wäre“, sagt Produktionsleiter Kim Snebang. Patrick Mikkelsen bestätigt mit einem Kopfnicken.

„Meine Kolleginnen und Kollegen ­haben mich richtig nett aufgenommen, und sie machen das gut mit den schriftlichen Mitteilungen an mich. Einige haben sogar etwas Gebärdensprache gelernt – das ist schön und macht Spaß“, erzählt er.

Gute Zusammenarbeit mit Castberggård
Patrick Mikkelsens Jobtraining ­wurde ­gemeinsam mit dem Berufs- und ­Entwicklungszentrum Castberggård organisiert, das sich um die Vermittlung von Gehörlosen und Hörgeschädigten in den Arbeitsmarkt kümmert. Kim Snebang freut sich über die Zusammenarbeit mit Castberggård, die schließlich in der Anstellung eines tüchtigen Kollegen mündete.

„In einer großen Fabrik wie unserer gibt es recht strenge Sicherheitsvorkehrungen. Patrick kann zwar nicht hören, aber dennoch fühlen wir uns mit ihm vollkommen sicher. Er hat ein besonderes Verständnis für Sicherheitsbelange und bewegt sich völlig gleichberechtigt mit seinen hörenden Kollegen im Werk“, sagt Kim Snebang.

Von Castberggård her hatte Patrick Mikkelsen einen Mentor, der vor den Beschäftigten in Troldhede einen Vortrag über das Leben von Gehörlosen gehalten hat.