Vorangehen bei der Abwassertrennung

Im Zuge der Erweiterung der Produktionsanlagen in Troldhede hat Troldtekt die Trennung von Abwasser und Regenwasser auf dem gesamten Werksgelände beschlossen. Das teils sehr alte Rohrleitungsnetz auf dem Grundstück zu erfassen, erforderte Detektivarbeit, deren Lohn eine Entlastung des örtlichen Klärwerks und ein besserer Schutz der umliegenden Gewässer ist.
Troldtekt, CSR report 2017

Wenn der Regen unablässig auf die Hausdächer von Troldhede prasselt, haben Kanalisation und Klärwerk vor Ort schwer zu tun. Das Regenwasser fließt nämlich in dasselbe Abwassersystem, an das auch alle Haushalte angeschlossen sind. Wegen der steigenden Niederschlagsmengen ist die Kanalisation immer öfter überlastet. Manchmal läuft es über, und eine unschöne Mischung aus Regen- und Abwasser fließt in Seen und Wasserläufe.

Kommunalverwaltungen und Wasserversorger in ganz Dänemark arbeiten daran, das Regenwasser von den sonstigen Abwässern zu trennen. Das bedeutet auch, dass Haushalte und Unternehmen die beiden Abwassersorten bereits auf ihren Grundstücken trennen müssen. Bislang hatten wir in Troldhede noch keine Abwassertrennung, doch im Zuge der Fabrikerweiterung haben wir beschlossen, eine freiwillige Trennung der Abwässer auf dem gesamten Werksgelände vorzunehmen.

„Mit dem Ausbau entstehen auf dem Gelände weitere 30.000 Quadratmeter bebaute Fläche, auf denen wir das Regenwasser auffangen. Wenn dieses Wasser in die Kanalisation geleitet würde, wäre das eine große Verschwendung von Ressourcen, und das Klärwerk hätte Schwierigkeiten, die Mengen zu bewältigen“, weiß Architekt Poul Erik Pedersen, der die Werkserweiterung geplant hat. „Wir haben deshalb mit der Gemeinde erörtert, ob es nicht sinnvoller wäre, das Abwasser an Ort und Stelle zu separieren.“
Troldtekt, CSR report 2017

Auf der Suche nach alten ­Rohrleitungen
Die Kommunalverwaltung und der Wasserversorger von Ringkøbing-Skjern gaben sich positiv. Es wurde vereinbart, dass das Versorgungsunternehmen Ringkøbing-Skjern Forsyning einen Regenwasserkanal zum Werksgelände von Troldtekt anlegt. Dadurch können mehrere vorhandene Regenwasser-Auffangbecken im Grunde abgerissen werden, denn das Wasser wird künftig vom Gelände aus am Klärwerk vorbei in ein neues Regenwasserbecken fließen, dass der Versorger baut.

Die Trennung der Abwässer wird dann nicht nur für die neuen, sondern für alle bebauten Flächen auf dem Werksgelände vorgenommen. Schnell zeigte sich jedoch, dass es keine leichte Aufgabe war, sich einen Überblick über die vorhandenen Abflüsse und Rohrleitungen zu machen.
„Die Fabrik ist über viele Jahre Stück für Stück gewachsen, und es war nicht leicht, alle Leitungen und Rohre im Boden zu erfassen. Heutzutage müssen alle neuen Leitungen in Karten verzeichnet werden, doch früher hat man das nicht so genau genommen“, berichtet Architekt Pedersen. „Allein die Vorbereitung der Abwassertrennung hat also Zeit und Geld gekostet. Dafür haben wir unser Rohrnetz jetzt im Griff, und die Wasserbetriebe sparen eine Menge Ressourcen bei der Abwasserklärung.“ 

Weniger Abwasser in den Gewässern
Der Versorgungsbetrieb Ringkøbing-Skjern Forsyning ist über die Zusammenarbeit mit Troldtekt und die Aussicht auf weniger Regenwasser im Klärwerk erfreut. Denn die Wasserbetriebe sparen Kosten und haben es leichter bei der Einhaltung des Umweltschutzgesetzes und der Abwasservorschriften.

„Dank der Abwassertrennung sinken einerseits die Kosten für die Aufbereitung und andererseits das Risiko von Überläufen bei Starkregen. Haushalts- und Fabrikabwässer enthalten organische Stoffe und Bakterien. Wenn sie in die Umwelt gelangen, erhöht sich der Sauerstoffverbrauch in Wasserläufen und Seen, und die Wasserqualität wird beeinträchtigt“, erklärt Projektleiter Hans Schmidt von Ringkøbing-Skjern Forsyning.