Anne Stensgaard

Anne Stensgaard

Kann man Holzwolleleichtbauplatten neu designen, so dass sie einen sinnlicheren ästhetischen Ausdruck erhalten, ohne Abstriche an den akustischen Eigenschaften zu machen? Dieser Herausforderung stellte sich Anne Stensgaard in Zusammenarbeit mit Troldtekt.

Anne Stensgaard ist gelernte Glasbläserin und hat daher ein Auge für Formen. Ihr Herz schlägt für Qualitätsprodukte aus Naturmaterialien – besonders, wenn diese Produkte viele Menschen erreichen. Und sie hat ein Ohr für gute Akustik. Daher lag es für sie nahe, ihre Abschlussarbeit als Designtechnologin in Zusammenarbeit mit Troldtekt anzufertigen.

– Ich wollte untersuchen, was Troldtekt formmäßig kann. Die Kernfrage lautete: Wie kann man den ästhetischen Ausdruck in industriellen Akustikplatten bearbeiten? – so Anne Stensgaard.

Zwei Monate dauerte der gesamte Produktionsverlauf, bei dem ihr mehrere Troldtekt-Mitarbeiter hilfreich zur Seite standen. Kurt Madsen aus dem Hauptsitz half, die Möglichkeiten des Materials zu definieren und dem Projekt Richtung zu geben. Im Alltag arbeitete Anne Stensgaard mit der damaligen Produktionsleiterin Hanne Enemark und Zimmermann Jan Carlsen zusammen, die als Sparringspartner agierten und bei der praktischen Ausführung und der Montage in der Werkstatt in Troldhede halfen.

Schöne Formen
Bei ihrer Prüfung präsentierte Anne Stensgaard in konkave Bögen, Doppelwellen und andere verführende, runde Formen gepresste Platten. Und die Reaktion war positiv.

– „Das Projekt ist sehr gut gelaufen“, erklärt sie. Die Platten haben einen sinnlicheren Ausdruck und die Struktur der Platten ist durch die neuen Formen schön hervorgehoben worden – bei unveränderter Materialstärke. Die akustische Wirkung ist durch die Formen der Platten und die direkte Integration der Diffusoren in das Material sogar noch besser geworden, erläutert sie.

Positive Perspektiven
Die neuen Platten sind für den privaten Markt, markante Gewerbebauten und öffentliche Bauten gedacht und haben bei Troldtekt Widerhall gefunden.

– Für uns ist es selbstverständlich, ambitionierten Studenten weiterzuhelfen und wir schätzen die Dynamik und die Entwicklungsmöglichkeiten, die uns das Projekt gegeben hat, sagt Geschäftsführer Peer Leth.

Die organischen Formen sind nun im Showroom des Unternehmens ausgestellt und warten auf das richtige Projekt, das eine eigentliche Produktion kickstarten kann.

Die drei Serien

Im Anschluss an die Arbeit mit den neuen organischen Formen entwickelte Anne Stensgaard auch eine Serie Platten, bei denen gewöhnliche Troldtekt Standardplatten, die nur in verschiedenen Formen ausgeschnitten werden, zur Anwendung kommen. Heraus kamen dabei drei verschiedenen Serien, die Troldtekt nun auf Bestellung anfertigen kann.

Skizzen & Ideen

Ziel und Zweck der Aufgabe von Anne Stensgaard war es, neue Ideen für Produkte vorzulegen, die einem Raum einen skulpturellen und ästhetischen Wert verleihen können. Zudem wollte sie gern Produkte entwickeln, die keine Kompromisse bei der Akustik machen und für die meisten erschwinglich sind.

Anne Stensgaard beschreibt in ihrem Projekt, dass sie zwei Wahlmöglichkeiten hatte – entweder die akustische Dämpfung zu verdecken oder sie als Teil der Einrichtung hervorzuheben. Sie entschied sich für die zweite Möglichkeit, denn sie wollte gern Produkte entwickeln, die einen sichtbaren Unterschied machen und zu einem architektonischen Mehrwert im Raum beitragen.

Inspiration fand Anne Stensgaard in den aktuellen Wohnungsbau- und Einrichtungstrends. In ihrem Projekt beschreibt sie, dass die aktuellen Trends auf eine weichere und persönlichere Einrichtung hinauslaufen, aber auch auf einen freieren und gewagteren Stil. Außerdem sieht man organische Formen zunehmend an Decke und Wänden. Anne Stensgaard hatte drei Vorschläge: 

1. Dreidimensionale Formung der Oberfläche

  • Die Oberfläche der Module dreidimensional machen.
  • Die Oberfläche so bearbeiten, dass sie einen organischen und lebendigen Ausdruck erhält.
  • Schalldiffusoren/Schallbarrieren in die Platte selbst einarbeiten.
  • Den Licht- und Schatteneffekt, den die Form ergibt, nutzen.
  • Das Material in neuen Farben einfärben.

2. Neue Struktur in der Oberfläche

  • Bearbeitung der Oberfläche.
  • Dekoration der Oberfläche mit verschiedenen leichten Materialien.
  • Bambusfasern, Textil, Strick, gradlinige Späne, geflochtene Bänder u. a.
  • Die Stärke der Oberfläche erhöhen.

3. Schneiden der Platten in neue geometrische Formen

  • Die Platten von 600x2000 mm in neue, geometrische Formen schneiden.
  • Das Material in neuen, unterschiedlichen Tönen einfärben.
  • Die Platten können in mosaikähnlichen Mustern mit verschiedenen Kombinationen angebracht werden.
  • Die Module für das Dekorieren größerer Oberflächen benutzen.
  • Möglichkeit, mit den Formen gekrümmte Oberflächen zu bilden.

Dreidimensionale Form
Eine neue dreidimensionale Gestaltung des Materials war laut Anne Stensgaard das interessanteste Resultat des Projektes. Unter anderem hat diese Gestaltung den Vorteil, dass man Barrieren in die Platten selbst einbauen und hoffentlich die gleiche Wirkung erzielen kann, als wenn man Lamellen o. ä. an der Decke anbrächte.
Organische Formen brechen an sich schon den Schall. Die dreidimensionalen Formen sprechen unsere Sinne an, können zur Atmosphäre beitragen und einen stringenten Raum einladender machen.

Eine neue dreidimensionale Gestaltung des Materials war laut Anne Stensgaard das interessanteste Resultat des Projektes. Unter anderem hat diese Gestaltung den Vorteil, dass man Barrieren in die Platten selbst einbauen und hoffentlich die gleiche Wirkung erzielen kann, als wenn man Lamellen o. ä. an der Decke anbrächte. Organische Formen brechen an sich schon den Schall. Die dreidimensionalen Formen sprechen unsere Sinne an, können zur Atmosphäre beitragen und einen stringenten Raum einladender machen.

Anne Stensgaard entschied sich, weiterhin Holz als Oberfläche zu verwenden. Sie erwog, die Holzspäne auf eine „frisiertere“ und strukturiertere Art und Weise anzuwenden, um zu sehen, wie sich der Ausdruck der Platten verändern würde, wenn alle Fasern in gleicher Richtung verlaufen oder miteinander verwoben würden. Dies erwies sich jedoch praktisch als nicht möglich und da das Holz mit den neuen Formen gut aussah, war es nicht notwendig, die Struktur zu ändern, um einen organischeren und ästhetischeren Ausdruck zu erzielen.

Skizzen & Ideen: Einzelwelle

Skizzen & Ideen: Konkavbogen

Skizzen & Ideen: Asymmetrische Welle

Skizzen & Ideen: Doppelwelle

Skizzen & Ideen: Doppelt asymmetrische Welle