Der Schulbau in Deutschland erfordert Milliarden an Investitionen

Es werden 34 Milliarden Euro benötigt, um die Schulen in Deutschland auf einen modernen Standard zu bringen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Untersuchung, die auch zeigt, dass Deutschland weniger Mittel in den Schulbau investiert als ein durchschnittliches OECD-Land.

Troldtekt, Klostermarkskolen

Bereits 2012 beschloss der Senat der Hansestadt Hamburg, bis 2019 rund 2 Milliarden Euro in die Sanierung und den Neubau von Schulen zu stecken. Bundesweit werden heute neue Mittel für die umfassende Modernisierung von Schulgebäuden eingeplant. 

Viele Schulen in Deutschland sind in die Jahre gekommen. Die Sanierung und Modernisierung der alten Gebäude erfordert massive Investitionen. Laut einer Studie des Forschungsinstituts KfW Research vom Herbst 2016 müssen konkret rund 34 Milliarden Euro in die Sanierung von 53.500 Schulen investiert werden. In der Studie wird auch erwähnt, dass Einrichtung und Innenraumklima wichtige Faktoren für das Lernen sind.

„Moderne Schulen sind eine wichtige Voraussetzung für ein leistungsstarkes Bildungssystem. Neben einer modernen Ausstattung der Räume haben auch Raumklima, Lichtverhältnisse und Akustik einen nachweisbaren Einfluss auf den Bildungserfolg“, heißt es in der Studie.

Deutschland unter dem OECD-Durchschnitt
Die KfW schreibt, dass die Kommunen jahrelang zu wenig investiert haben. Im Jahr 2015 betrugen die Bauinvestitionen rund 25 Prozent der Gesamtausgaben für allgemeinbildende und berufliche Schulen. Zwanzig Jahre zuvor lag dieser Wert bei 45 Prozent. Die KfW hat zudem die Bildungsausgaben mit denen anderer OECD-Staaten verglichen – hier liegt Deutschland unter dem Durchschnitt. 

„Die verfügbaren Daten zeigen auch, dass die OECD-Länder, die in den PISA-Ergebnissen vor Deutschland liegen, höhere Bildungsausgaben relativ zum BIP aufweisen“, heißt es in der Studie.

Fehlende Schulplätze in Berlin
Die Sanierung von Schulen ist ein Aspekt, der Neubau ein anderer. Im September 2016 schrieb die Berliner Zeitung, dass im Schuljahr 2021/22 etwa 15.000 Plätze an den Grundschulen und rund 6.000 Sekundarschulplätze fehlen werden – allein in Berlin. In dem Artikel ist die Rede von einem „Wettlauf mit der Zeit“.

Christine Würger von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft berichtet der Berliner Zeitung, dass bereits eine Task Force eingerichtet wurde, die insbesondere den Zeitaufwand für die Planung von Neubauprojekten verkürzen soll. 

Investitionen haben begonnen
Politiker auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene haben den Ernst der Lage, der sich aus dem zunehmenden Verfall und Kapazitätsmangel der Schulen ergibt, mittlerweile verstanden. Die Baubranche kann daher zu Recht auf den vermehrten Eingang von Aufträgen für den Schulbau hoffen.

Zuletzt hat das Bundeskabinett im November 2016 den Entwurf eines Nachtrags zum Bundeshaushalt 2016 beschlossen. Demnach sollen bis Ende 2020 zusätzlich 3,5 Milliarden Euro für die Förderung von Investitionen in die Schulinfrastruktur finanzschwacher Kommunen zugewiesen werden.

In München, Düsseldorf und Köln sind milliardenschwere Investitionsprogramme auf den Weg gebracht worden. Und in Hamburg legte der Senat bereits 2012 einen konkreten Fahrplan für die Investition von rund 2 Milliarden Euro in die Schulen der Hansestadt vor.

„Wir schaffen damit Klarheit für die Schulen und gewinnen eine eindeutige Richtschnur für unser Handeln“, verlautete es damals von Ties Rabe (SPD), Senator für Schule und Berufsbildung der Hansestadt Hamburg.

Senator Rabe eröffnete 2015 die SCHULBAU Messe in Hamburg. Am 22. und 23. Februar 2017 findet die Messe wieder im Hamburg Cruise Center Altona statt.

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