Holz ist voll im Trend und attraktiv für Designer

Nachhaltigkeit, die geteilte Nutzung von Alltagsgegenständen und Begeisterung für Naturmaterialien wie Holz.

Dies sind einige der aufkommenden Trends in Einrichtung und Innenarchitektur, meint Andrej Kupetz, Hauptgeschäftsführer des Rats für Formgebung. In diesem Interview erklärt er, was hinter den Trends steckt.

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Seit 2012 verleiht der Rat für Formgebung jährlich den German Design Award an „innovative Produkte und Projekte, die in der deutschen und internationalen Designlandschaft wegweisend sind“, wie es im „Mission Statement“ auf der Website des Rats heißt.

Andrej Kupetz ist Hauptgeschäftsführer des Rats für Formgebung (German Design Council) in Frankfurt am Main und teilt seine Ansichten zu aktuellen Designtrends:

Was sind 2017 die wichtigsten Trends im Bereich Innenarchitektur und Planung?

Zu den diesjährigen Trends in Innenarchitektur und Einrichtungsdesign gehört der Wunsch nach klaren Statements und Haltungen, die sich in der Formgebung ausdrücken: Mutige, intensive Farben sowie Muster, die geometrisch und dennoch überraschend wirken, setzen unübersehbare Akzente.

Auf der anderen Seite sehen wir eine Einfachheit in der minimalistischen Anwendung von Farben, was an skandinavische Interieurs erinnert. Farbabstufungen setzen Akzente und bilden feine Übergänge zwischen Stofflichkeit und Transparenz. Harte Materialien werden weich: Geschliffenes Glas und unglasierte Keramik vermitteln ein Gefühl der Leichtigkeit und eine authentische Berührungserfahrung.

Wie drückt sich die Anwendung von Naturmaterialien in der Gestaltung aus?

Natürliche, unbehandelte Materialien wie Holz, Leder, Wolle, Filz, Rattan und Naturstein sind derzeit sehr beliebt und decken das Bedürfnis nach Erdverbundenheit, Klarheit und Reduzierung auf das Wesentliche.

Aktuell setzen die Designer extrem viel Holz ein, das eine große Faszination als Naturmaterial und als Gestaltungselement ausübt. Kraft seiner Maserungen und Farbschattierungen ist Holz ein vielseitiges Gestaltungsmaterial, das die Designer anregt, auf die Hinzufügung von Farben und Mustern zu verzichten, um seine unvergleichliche Schönheit und Mannigfaltigkeit herauszustellen.

Können Sie konkrete Beispiele dafür nennen, was Designer aus Holz machen?

Ein aktuelles Beispiel sind Pressspan- oder MDF-Platten, die es früher nur mit glatter Oberfläche gab. Heute zeigt die Schweizer Strasser AG aus Thun mit „The Collection“ ein Portfolio an MDF-Platten, die einzigartige 3D-Oberflächen haben. Solche Produkte liegen voll im aktuellen Holztrend. „The Collection“ entstand im Zusammenarbeit mit sechs Designern und hat der Schweizer Bauschreinerei einen German Design Award in der Kategorie „Excellent Product Design − Material Surface“ eingebracht.

Welche Arten von Innovation erkennen Sie in den Projekten, die für den German Design Award 2017 nominiert wurden?

Wir beobachten mehrere Trends, die derzeit unsere Gesellschaft und unser soziales Miteinander beeinflussen und verändern. Nachhaltigkeit hat seit Jahren höchste Priorität, das zeigt sich in der Innenarchitektur und im Design ganz allgemein.

Es gibt zum Beispiel viele Projekte, die sich mit innovativen Nutzungen von Gebrauchsgegenständen befassen – dort geht es gerade nicht darum, diese Produkte zu besitzen, sondern sie mit anderen gemeinsam zu nutzen.

Darüber hinaus beobachten wir schon seit langem eine intensive Beschäftigung mit Materialien und Fertigungsprozessen. Viele Designer experimentieren mit Recycling-Materialien und handwerklichen Produktionsprozessen, die weniger Energie verbrauchen. Zuletzt hat das Industrie-4.0-Konzept die digitalisierte Produktion ermöglicht, von neuen Herstellungsverfahren wie 3D-Druck bis hin zur industriellen Produktion von Chargen, die aus nur einem einzigen Stück bestehen.

Lesen Sie mehr über den prestigeträchtigen German Design Award 

Weitere Infos: Troldtekt® Rhombe mit German Design Award 2017 ausgezeichnet

FAKTEN: GERMAN DESIGN AWARD

  • Der Preis wird vom Rat für Formgebung/German Design Council vergeben, der 1953 auf Initiative des Deutschen Bundestages gegründet wurde.
  • Der German Design Award wurde erstmals 2012 vergeben.
  • Die Preise werden in zwei Bereichen verliehen: Der Bereich Excellent Product Design enthält 27 Kategorien, der Bereich Excellent Communications Design enthält 21 Kategorien. Hinzu kam 2017 erstmals die übergreifende Kategorie Universal Design. Über 4.000 Projekte aus 50 Ländern wurden zum Wettbewerb eingereicht.
  • Eine internationale Jury bewertete die Einreichungen, vergab 45 Goldpreise und kürte 361 Gewinner in 48 Kategorien.