Kleine Räume und flexible Büroumgebungen erblicken das Licht der Welt

Kleine Räume und flexible Büroumgebungen erblicken das Licht der Welt

Veränderte Arbeitsmuster, die Notwendigkeit, Quadratmeter besser zu nutzen und der Wunsch nach nachhaltigeren Materialien. Zur Zeit weht ein frischer Wind, der sich auch auf die Gestaltung von Büros auswirkt, erlebt Mette Gravergaard, Architektin und Kreativdirektorin für Raumplanung bei Sweco Architects. Die Sweco-Niederlassung in Aarhus ist selbst in einen neuen, flexiblen Rahmen umgezogen, den die Mitarbeiter selbst entworfen haben.

Die Art und Weise, wie Büros von Architekten gestaltet werden, war schon immer Veränderungen unterworfen. Die neue Realität nach Lock Downs und mehr Arbeitstagen im Homeoffice hat jedoch eine Entwicklung, die vor Corona wesentlich langsamer verlief, rasant beschleunigt. Das meint Mette Gravergaard, Architektin und Kreativdirektorin für Raumplanung bei Sweco Architects. Sie weist auf mehrere Trends hin, die mit dieser Entwicklung in Zusammenhang stehen und die Gestaltung sowohl jetzt als auch in den kommenden Jahren stark beeinflussen werden.

„Bereits seit vielen Jahren sprechen wir über den aktivitätsbasierten Arbeitsplatz. Aber erst die Corona-bedingten Lock Downs haben uns wirklich gezeigt, wie wir die Potenziale der aktivitätsbasierten Arbeit nutzen können, was kurz gesagt bedeutet, dass Unternehmen jetzt ihre Räume auf verschiedene Weise ausnutzen“, erklärt Mette Gravergaard.

Kleine Räume und flexible Büroumgebungen erblicken das Licht der Welt

Raum mit vielen Funktionen

Es geht darum, multifunktionale Räume zu schaffen. Nur etwa 50 Prozent des Arbeitstages spielen sich am Schreibtisch statt, wie Umfragen zeigen – der Rest wird mit Meetings, Sparring und Essenspausen in anderer Umgebung verbracht.

Diese eher aktivitätsbasierte Präsenz im Büro sollte sich daher im Design der Räume widerspiegeln, meint Mette Gravergaard.

„Wir müssen Zonen für unterschiedliche Zwecke in offenen Umgebungen entwerfen, wie z. B. komfortable Sofas zum Vertiefen, Lounge-Bereiche für informelle Meetings und Sparring, digitale Wohnzimmer für Team-Meetings, Besprechungstische und Stehtische für die Ideenfindung – und Schreibtischbereiche, wenn Bedarf hierfür besteht.

Wenn wir diese Berechnung noch mit mehr Arbeitstagen im Homeoffice ergänzen, können sehr viele Unternehmen davon profitieren, in Richtung einer Flächenoptimierung von Bereichen und einer Minimierung der Anzahl von Schreibtischen zugunsten von mehr aktivitätsbasierten Zonen zu denken. Die großen, leeren Atrien und Kantinenbereiche gehören der Vergangenheit an“, fährt Mette Gravergaard fort.

„Wir werden zunehmend multifunktionale Räume sehen, die im Laufe des Tages ihren Charakter verändern. Der Kantinenbereich kann tagsüber für Meetings, in der Mittagspause als Kantine und am Abend als Treffpunkt genutzt werden. Dies erfordert jedoch, dass die Möbel und die Innenausstattung flexibel sein müssen, damit der Raum seinen Charakter leicht ändern kann, und auch die Akustik muss unbedingt berücksichtigt werden.“

Gedanken zur Nachhaltigkeit

Auch in der Raumplanung spielt Nachhaltigkeit – wie auch in anderen Baubereichen – eine immer größere Rolle. Dies gilt zum einen im Hinblick auf eine intelligentere Innenausstattung, die es Unternehmen beispielsweise ermöglicht, den Platzbedarf zu reduzieren, ohne dabei Kompromisse bei Funktionalität und Arbeitszufriedenheit eingehen zu müssen. Dies ist in Unternehmen sinnvoll, bei denen die Arbeit der Mitarbeiter im Homeoffice zu einem festen Bestandteil der Arbeitswoche wird.

Zum anderen gilt es auch in Bezug auf die Einrichtung selbst, mit dem Einsatz von beispielsweise recycelten Möbeln und der Auffrischung von vorhandenem Mobiliar durch Farbe und neue Polsterung.

„Es geht unter anderem darum, sich am Arbeitsplatz zu Hause zu fühlen. Wir sehen zum Beispiel, dass das Recycling von Möbeln dazu beitragen kann, einen wohnlicheren und ansprechenderen Ausdruck zu erzielen. Das ist wichtig für einen identitätsschaffenden Arbeitsplatz, an dem Arbeit eine Aktivität und kein Ort ist“, so Mette Gravergaard.

Kleine Räume und flexible Büroumgebungen erblicken das Licht der Welt

Von der Fabrik zum modernen Büro in historischem Ambiente

Im Sweco-Büro in Aarhus wurde das Konzept von kleineren Räumen und flexiblen Umgebungen in die Realität umgesetzt. In 2021 sind die 150 Architekten und Ingenieure der Niederlassung in ein historisches Ambiente im Stadtteil Trøjborg in Aarhus Nord umgezogen, in dem die Mitarbeiter selbst für die Umwandlung der ehemaligen Fabrik und des Lagers in eine exklusive Büroumgebung verantwortlich waren.

Zuvor wurde der Gebäudekomplex, in dem auch die Räumlichkeiten von Sweco liegen, von der Universität Aarhus genutzt. Auch die Brauerei De forenede Bryggerier, Otto Mønsteds Margarinefabrik und Jyllands Papirværk hatten zuvor den Standort genutzt. Jyllands Papirværk stand für die charakteristische Dachkonstruktion, genannt Sheddach, die viel Tageslicht hereinlässt und die hohe Deckenhöhe bewahrt, die zuvor für die Unterbringung von Produktionsmaschinen erforderlich war.

Auch bei der Innenausstattung des Büros wurde viel Wert darauf gelegt, die Möbel aus den früheren Büroräumen wiederzuverwenden. Viele der Arbeitstische sind ebenfalls in den neuen Standort umgezogen, und ausgewählte Besprechungstische wurden mit einer Ölbehandlung oder einer Linoleumplatte zu neuem Leben erweckt. Auch die Stühle wurden neu gepolstert.

„Wir haben Designklassiker aus langlebigen Materialien wie Holz, Canvas und Leder priorisiert. Auf diese Weise erhalten die Möbel eine lange Lebensdauer, bekommen im Laufe der Jahre eine ansprechende Patina und behalten gleichzeitig ihren Wert. Wir haben auch gebrauchte Möbel von anderen Firmen gekauft“, erzählt Mette Gravergaard.

Das 3.100 Quadratmeter große Büro von Sweco bietet eine ästhetisch ansprechende und inspirierende Arbeitsumgebung für die Mitarbeiter und fungiert als Showroom für Kunden.

Ein Design, das nach vorne blickt

Bei der Renovierung hat Sweco die bestehenden Fassaden und die tragende Struktur beibehalten, da sowohl der Beton als auch die Ziegel eine schöne Patina haben und problemlos noch viele Jahre lang halten werden.

Die offene Bürolandschaft ist in kleinere Einheiten aufgeteilt und schafft genau die flexible Umgebung, die die Architekten auch anderen Unternehmen empfehlen – in den unterschiedlichen Bereichen ist sowohl die Zusammenarbeit als auch das Vertiefen in eine Aufgabe möglich. In der Mitte des Gebäudes sind Besprechungsräume in unterschiedlicher Größe sowie informellere Sitzlandschaften untergebracht.

Die Akustiklösungen von Troldtekt wurden für viele Oberflächen des Gebäudes ausgewählt und tragen – zusammen mit dem Rest der Innenausstattung – dazu bei, den rohen Look weicher wirken zu lassen. An den Außen- und Innenwänden der Besprechungsboxen wurde die Designlösung Troldtekt Line mit gefrästen Rillen in der Oberfläche montiert, und die Decken sind mit weiß gestrichenen Troldtekt-Platten verkleidet, um eine gute Akustik und eine angenehme Klangumgebung zu gewährleisten.

„Damit ein gut organisierter, aktivitätsbasierter Arbeitsplatz optimal funktioniert, führen wir immer akustische Berechnungen durch und denken gut dokumentierte Akustikprodukte, wie Troldtekt sie bietet, in das Projekt ein“, sagt Mette Gravergaard.

Fakten: Über Sweco in Dänemark

  • In Dänemark hat Sweco 1.350 Mitarbeiter, von denen 330 als Architekten bei Sweco Architects tätig sind.
  • Neben dem Büro in Aarhus hat Sweco integrierte Niederlassungen mit Architekten und Ingenieuren in Kopenhagen, Silkeborg, Herning und Odense.
  • Darüber hinaus hat Sweco Niederlassungen in 13 weiteren europäischen Ländern: Norwegen, Schweden, Finnland, Estland, Litauen, Bulgarien, Polen, Tschechien, Deutschland, Niederlande, Belgien und England.