Neuer Leitfaden: 5 Tipps für einen guten Raumklang in Büros

Es lohnt sich in jeder Hinsicht, an die Akustik zu denken – ob beim Einrichten am Reißbrett oder beim Umbau bestehender Büros.

Das ist eine der Pointen in einem neuen Leitfaden des von dänischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden getragenen Arbeitsschutzorgans „Branchearbejdsmiljørådet (BAR) for Privat Kontor og Administration“. Der Leitfaden ist gespickt mit aktuellem Wissen und bietet Anregungen, wie man störenden Lärm aus Bürolandschaften verbannt. 

In der dänischen wie in der internationalen Forschung ist dokumentiert, dass Lärm und Störungen ein Problem an vielen Büroarbeitsplätzen darstellen. Für ein gutes Arbeitsklima, für die Arbeitsfähigkeit und für die Gesundheit. Unter anderem zeigt eine Untersuchung das dänischen Nationalen Forschungscenters für die Arbeitsumwelt (Det nationale Forskningscenter for Arbejdsmiljø), dass in Büros mit mehr als sechs Personen die Anzahl Krankheitstage um 62 % höher ist als in Büros, in denen nur eine Person arbeitet.
 
Laut Heidi Lisette Bille, Projektleiterin für den neuen Leitfaden von BAR KontorStøj på kontoret – vejledning om indretning, akustik og støjdæmpning (Lärm im Büro – ein Leitfaden zu Einrichtung, Akustik und Lärmschutz), macht sich das Problem gerade und vor allem in Großraumbüros bemerkbar.

– Es gab eine Tendenz, im Namen der Effektivität vor allem auf die Quadratmeterzahl zu schauen sowie auf die Anzahl Mitarbeiter, für die Platz geschaffen werden kann. Leider hatte man dabei nicht immer vor Augen, dass es die Effektivität der Mitarbeiter beeinträchtigen kann, wenn man sich nicht danach richtet und entsprechende Verhältnisse schafft, sagt sie.

Investitionen, die Widerhall finden
Die Gewerkschaft HK/Privat hat viele Zuschriften und Anfragen von Personen erhalten, die wegen Bürolärms unter Konzentrationsproblemen und Kopfschmerzen leiden. Dies war der Anstoß zu dem Leitfaden.

– Wir möchten Anregungen und eine ordentliche Anleitung geben, was man als Mitarbeiter/in oder als Unternehmen konkret tun kann. Auch um vermeiden zu helfen, dass sich die von Unternehmen getätigten Investitionen in Einrichtung und Umbauten als unnütz oder gar zweckwidrig erweisen. Wir wissen, dass der finanzielle Aspekt Unternehmen oft von notwendigen Verbesserungen abhalten kann, die den Raumklang und damit das Arbeitsklima verbessern können, so Heidi Lisette Bille, Arbeitsschutzberaterin und Projektleiterin für den Leitfaden von BAR Kontor.

5 gute Ratschläge aus dem Leitfaden:

1. Wählen Sie die Büroeinrichtung nach der auszuführenden Arbeit
Je mehr Personen im gleichen Büro arbeiten und je unterschiedlicher die Arbeitsaufgaben sind, desto höher sind die Anforderungen an Raumaufteilung, Akustik und Einrichtung. Arbeitsplätze, an denen Konzentration und Vertiefung erforderlich sind, sollten beispielsweise nicht so platziert sein, dass der/die dort Arbeitende von vorbeigehenden Kollegen gestört wird. Und handelt es sich um ein Büro mit mehreren Personen, können die Arbeitsplätze durch Trennwände oder Regale akustisch voneinander getrennt werden. Sinnvoll ist das vor allem dann, wenn die Mitarbeiter viel sprechen – mit Kollegen oder am Telefon. Dann sollte der Raum schallabsorbierende Materialien haben.

2. Die Decken sind ganz zentral
In einem Mehrpersonen-Büro eine gute Akustik ohne eine effektive Akustikdecke herzustellen, ist so gut wie unmöglich. Verwenden Sie Platten, die bis ganz zu den Kanten der Decke reichen, da Akustikplatten gerade in den Ecken besonders effektiv wirken. Der Leitfaden von BAR kontor empfiehlt Akustikplatten, die die Anforderungen an Absorber der Klasse A erfüllen.

3. Lassen Sie die Wände Schall schlucken
Schallschirme und Trennwände aus porösen Materialien sind eine gute Idee, weil sie Schall absorbieren, im Gegensatz beispielsweise zu Glas. Beachten Sie, dass eine gut schallabsorbierende Decke eine Voraussetzung dafür ist, dass die Schirme wirken. Sonst wird der Schall von der Decke auf die andere Seite der Schirme zurückgeworfen.

4. Worin bestehen die guten Regeln?
Gute physische Rahmen sind eine Voraussetzung für die Lösung von Lärmproblemen. Doch auch unser Verhalten spielt eine große Rolle. Die wesentlichste „Lärmquelle“ im Büro ist das Reden anderer – andererseits ist die Kommunikation häufig ein wichtiger Teil der Aufgabenlösung bei der Arbeit. Hier kann es sinnvoll sein, wenn am Arbeitsplatz geregelt ist, wo und wann man einander stören, telefonieren und Meetings abhalten darf.

5. Kann ein Büroraum zu stark schallgedämpft werden?
Dämpft man das generelle Geräuschniveau so stark, dass völlige Stille herrscht, kann das durchaus zum Problem werden, weil dann leichter zu hören ist, was weiter entfernt gesprochen wird. Es reicht aber nicht aus, die Nachhallzeit des Raumes durch Regulierung der Akustik zu verkürzen. Man sollte auch darauf achten, wie stark der von den einzelnen Arbeitsplätzen ausgehende Schall gedämpft wird. Beispielsweise mit Hilfe von Abschirmungen und Trennwänden.

BAR Kontor besteht aus Vertretern von Arbeitgeber- und Industrieverbänden (Dansk Erhverv, Dansk Industri, Lederne) sowie Arbeitnehmerorganisationen (Gewerkschaftsvertreter von HK/Privat, HK HANDEL und PROSA), die zusammenarbeiten, um eine gute Arbeitsumgebung in privaten Büros zu gewährleisten.