Huldigung an Kopenhagens schöne Bauten

Seit über 100 Jahren zeichnet die Stadt Kopenhagen Gebäude und Stadtquartiere, die sich besonders hervorheben, mit einem jährlichen Preis aus.

Camilla van Deurs ist Stadtarchitektin von Kopenhagen und berichtet, wie sich die Architektur in der dänischen Hauptstadt mit der Zeit immer wieder verändert hat – und welche Projekte im Frühjahr 2020 ausgezeichnet wurden.

Schallabsorbierende Holzwolle-Leichtbauplatten von Troldtekt werden häufig als Akustikdecken in Schulen und Bildungseinrichtungen verwendet

Wer je Kopenhagen besucht oder sogar dort gelebt hat, weiß, dass die dänische Hauptstadt Architektur der internationalen Spitzenklasse zu bieten hat. Die vielen architektonisch interessanten Gebäude aus unterschiedlichen Stilepochen tragen nicht nur mit ihrer Schönheit zum Stadtbild bei, sondern sind zugleich Zeugen der historischen Stadtentwicklung.

Seit 1903 prämiert die Stadt Kopenhagen schöne Gebäude, Anlagen und Quartiere in der Hauptstadt. Die Preise werden in vier Kategorien vergeben: Neubau, Restaurierung, Neuausstattung und Urbane Räume.

„Mit unseren Preisen ehren wir die Architekten, Bauingenieure und Bauherren, die hinter diesen Projekten stehen. Zugleich möchten wir damit Bauten und Stadtquartiere fördern, die der Stadt und ihren Bürgern besonderen Nutzen bringen.“

Das sagt Camilla van Deurs, Stadtarchitektin von Kopenhagen und Vorsitzende der Jury für den Baupreis der Stadt.

Schallabsorbierende Holzwolle-Leichtbauplatten von Troldtekt werden häufig als Akustikdecken in Schulen und Bildungseinrichtungen verwendet

Sanierte Schule unter den Gewinnern 2020

Die Liste der im 2020 prämierten Projekte wurde im April veröffentlicht. Unter den „Siegerprojekten“ sind die Schule im Grøndalsvænget, das CPH Village (Refshaleøen), die Produktionsküche Klarahus (De Gamles By) und das Elefanthuset (De Gamles By).

Die Schule im Grøndalsvænget in Kopenhagen wurde saniert und erhielt eine Erweiterung nach Plänen von JJW Arkitekter. Sie bietet jetzt eine Lernumgebung für moderne Unterrichtsformen, in der viele der ursprünglichen Qualitäten bewahrt wurden – mit einem Top-Innenraumklima.

>> Mehr über die Schule im Grøndalsvænget

Neben der Preisverleihung in den traditionellen Kategorien lobt die Stadt Kopenhagen seit drei Jahren auch einen Publikumspreis aus. Dabei können die Bürger ihre Stimme für ein Projekt abgeben, das in ihren Augen einen besonders positiven Beitrag zum städtischen Raum Kopenhagens leistet. Dieses Jahr hat das Publikum das Hotel Ottilia (Carlsberg Byen) zum Sieger gekürt.

Geschichtsträchtige Mauern

In der Geschichte der Preisverleihung sind mehr als 600 Projekte nominiert worden, und über 250 von ihnen haben eine Auszeichnung erhalten. Die preisgekrönten Projekte zeigen die zeittypischen Tendenzen und die sozialen Bedürfnisse auf, die zu ihrer jeweiligen Entstehungszeit vorherrschten, wie Camilla van Deurs erklärt.

„Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren vor allem kunstvolle Verzierungen an Fassaden und Interieurs der Gebäude wichtig. Nach dem Zweiten Weltkrieg und durch die 1950er Jahre hindurch entstehen im Einklang mit dem Aufkommen des Wohlfahrtsstaats viele öffentliche Bauvorhaben. Sie gewinnen viel Anerkennung als Realarchitektur. Deshalb werden in dieser Zeit viele Projekte im sozialen Wohnungsbau, Schulen und auch Wassertürme prämiert“, berichtet van Deurs.

„In den 1970er und 1980er Jahren stagniert der Wohlstand in Dänemark, insbesondere die Ölkrise hinterlässt tiefe Spuren. Diese Entwicklung prägt auch Kopenhagen, wo kaum noch Neubauten entstehen. Hier werden stattdessen zahlreiche Altbauten saniert und umgenutzt“, erklärt die Stadtarchitektin.

„In den 1990er Jahren entstehen autofreie Zonen und moderne urbane Räume wie die Fußgängerzone Strøget. Jetzt werden nicht nur Gebäude prämiert, sondern auch Stadtquartiere. Um die Jahrtausendwende und bis in die 2000er Jahre hinein werden vor allem die großen Kulturbauten ausgezeichnet. Sie dienen nicht allein der Freude der Kopenhagener, sondern verstehen sich als große nationale Investitionen, wie zum Beispiel die neue Oper, das Schauspielhaus und die Kopenhagener Metro“, so Camilla van Deurs.

Unter den prämierten Kulturbauten befindet sich 2017 das sanierte Folketeatret (Kopenhagener Volkstheater).

Troldtekt, Folketeatret
Troldtekt Akustikdecken sind die naheliegende Entscheidung, um eine gute Akustik und ein gesundes Raumklima u. a. in Bürogebäuden sicherzustellen

Gemeinschaft und Nachhaltigkeit in Fokus

Ein neues Jahrzehnt hat begonnen, und es wird interessant zu sehen, was die 2020er Jahre letztendlich ausmacht.

Camilla van Deurs erklärt, dass seit einigen Jahren das nachhaltige Bauen stark im Mittelpunkt steht. So wurde 2017 beispielsweise das DGNB-zertifizierte Bürohaus „Turbinehuset“ ausgezeichnet. Und jetzt sieht es aus, als käme eine weitere Dimension hinzu.

„Die aktuelle Tendenz geht in Richtung auf Projekte, die zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen, zum Beispiel Klimaschutz, Schutz vor Terrorismus, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Darüber hinaus haben viele nominierte Projekte auch eine soziale Perspektive. Es geht darum, auf die eine oder andere Weise großzügig und gemeinnützig zu sein – die Gemeinschaft im Stadtteil quasi in sein Haus einzuladen. Ich glaube, das werden wir in Zukunft häufiger sehen“, sagt van Deurs.

Zur Preisverleihung der Stadt Kopenhagen kann von den Bürgerinnen und Bürgern praktisch jedes beliebige bauliche Projekt angemeldet werden. Die wenigsten davon erfüllen jedoch die Anforderungen. Denn es reicht nicht, dass ein Objekt schön aussieht.

„Neben der Ästhetik gucken wir uns vor allem an, wie robust, nachhaltig und langlebig ein Bauvorhaben ist. Die handwerkliche Ausführung und die Materialien sind von großer Bedeutung. Denn das ist genau die Kombination, die die Siegerprojekte so bemerkenswert macht.“

FAKTEN: Architekturpreis der Stadt Kopenhagen

  • Seit 1903 zeichnet die Stadt Kopenhagen ihre schönsten Bauten mit einem Preis aus.
  • Zuletzt wurde im Frühjahr 2020 folgende Objekte prämiert: CPH Village, Klarahus Produktionskøkken, Grøndalsvængets Skole und Elefanthuset.
  • 2018 wurde erstmals der Publikumspreis vergeben und ging an die Axel Towers. 2019 wählten die Bürger das Amaryllis Hus und 2020 das Hotel Ottilia.
Huldigung an Kopenhagens schöne Bauten

FOTO:
Camilla van Deurs (©Troels Heien)
Stadtarchitektin von Kopenhagen und Vorsitzende der Jury für den Baupreis der Stadt.

THEMA: Architektonische Schönheit

Eine Kombination aus Funktion und Design. Der Zusammenhang zwischen Gebäuden und urbanem Leben. Kunst an Decken und Wänden.

In dieser Artikelsammlung nähert sich Troldtekt GmbH dem Begriff „architektonische Schönheit“ und konsultiert dazu verschiedene Experten. Sie lesen unter anderem über die Auszeichnung DGNB Diamant, mit der herausragende Ästhetik und architektonische Qualität prämiert werden.

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