Poetischer Blattschuss mitten im Wald

Das Domizil des Dänischen Jägerverbands brilliert mit Schlichtheit und Stringenz.

Das südliche Djursland ist eine prachtvolle Gegend an der Ostküste Jütlands. Vielen Landstrichen erkennt man ihren eiszeitlichen Ursprung noch an. Mols Bjerge mit seiner nahezu unberührten Naturlandschaft ist heute einer von vier Nationalparks in Dänemark. Es überrascht daher wenig, dass der Dänische Jägerverband sein neues Domizil in einer Waldung mit Aussicht über die Bucht Kalø Vig errichtet hat.

Das „Haus der Jagd“ passt sich mit seinen beiden zweigeschossigen Langbauten sanft in die Landschaft ein, die in ihrer Schlichtheit an Hütten und Unterstände erinnern. Zwei schützende Dächer wachsen aus der Landschaft heraus und lassen Raum für die verschiedenen Funktionen der „Langhäuser“ entstehen. Getragen wir das Gewicht der Dächer von eleganten Holzkonstruktionen mit sichtbaren Balken, die über die gesamte Länge der Gebäude verlaufen. Zwischen den tragenden Holzsäulen öffnen sich die Häuser durch große Glasflächen zur Umgebung hin.

Naturnähe

Mette Julie Skibsholt, Architektin (MAA) und Mitinhaberin von Arkitema Architects berichtet: „Der Geschäftsführer des Bauherrn, Michael Stevns, vermittelte uns eine sehr gute Ideengrundlage, als er sagte, man müsse die Jagd spüren können – in dem Sinne, dass die Natur überall im Haus präsent sein solle. Deshalb haben wir angestrebt, die Trennung zwischen drinnen und draußen aufzuheben, indem wir große Glasflächen zum Wald und zur Bucht von Kalø hin integriert haben.

Dabei haben wir ganz bewusst auf Effekthascherei verzichtet und alle Details stringent durchgeführt. An einigen Stellen sind die Details kaum noch sichtbar, zum Beispiel bei dem äußeren Säulengang mit seinen harmonischen Übergängen zwischen Holzsäulen, Dach und Grünflächen.“

Fester Rhythmus und Kontraste

Im Innern der Gebäude dominieren die Kontraste. Rustikale Materialien wurden verfeinert. In der Kantine ist die Decke schwarz, damit der Raum höher wirkt. Das Kaminzimmer ist ein kleiner, verdichteter Raum – eine Höhle, in die man sich zurückziehen kann.

Der Dänische Jägerverband wünschte sich offene Büroräume. Unter Jägern ist Tinnitus keine Seltenheit, weshalb zugleich eine besonders schonende Akustik verlangt wurde. Zu diesem Zweck wurde in fast allen Räumen Troldtekt als zentraler Schallabsorber verbaut.

Die Module von 4,88 m Länge verleihen den Decken der Langhäuser einen festen Rhythmus. In der Breite wurden die Deckenplatten nicht zugeschnitten. Stattdessen dienen schmale Fugen als Taktstriche, die sich auch in den Betonwänden wiederfinden.

Fakten

Projekt:
Jagtens Hus (Haus der Jagd), Hauptsitz und Schulungszentrum des Dänischen Jägerverbands
Architekten:
Arkitema Architects
Bauherr:
Danmarks Jægerforbund
Troldtekt-Produkte:
Deckenplatten:
Troldtekt Akustikplatten
Farbe:
Weiß 101 & schwarz 207
Struktur:
Ultrafein (1,0 mm Holzwolle)
Kantenprofil:
5 mm Fase, K5, montiert mit Troldtekt Schrauben
Text & Fotos
Text:
Thomas Mølvig, Architekt
Fotos:
Thomas Mølvig, Architekt