Raumakustik-Glossar

Absorption
Auch äquivalente Absorptionsfläche genannt. Produkt der vom Material bedeckten Fläche multipliziert mit dessen Absorptionskoeffizienten.

Absorptionskoeffizient
Beschreibt das Verhältnis zwischen der von einem Material absorbierten (nicht reflektierten) und der auf das Material auftreffenden Schallenergie. Der Wert liegt zwischen 0 und 1, wobei ein Absorptionskoeffizient von 0 bedeutet, dass das Material keinerlei Schall absorbiert, und ein Absorptionskoeffizient von 1 anzeigt, dass das Material den Schall vollständig schluckt.

A-Bewertung
Elektronischer Filter in einem Schalldruckmesser, der den gemessenen Schall (fast) genau so gewichtet, wie das menschliche Ohr ihn wahrnimmt. In der Regel haben die tiefen Töne weniger Einfluss auf das Messergebnis als Töne im Diskantbereich.

Äquivalente Absorptionsfläche
siehe Absorption

Äquivalenter Dauerschallpegel (Leq)
Der über einen Messzeitraum (z. B. einen Arbeitstag) gemittelte Schalldruckpegel, der dieselbe Schallenergie aufweist wie die Summe der einzelnen Schallereignisse.

Bauordnungen
Die Musterbauordnung und die Bauordnungen der Bundesländer in Deutschland, die Baugesetze und Bauordnungen der Länder in Österreich und das Bau- und Raumplanungsrecht der Schweiz enthalten Vorschriften für den Schallschutz in Wohn- und öffentlichen Gebäuden.

Diffusität
Diffusität bedeutet Zerstreuung (des Schalls). Der Schall wird aufgrund der Raumform oder durch Gegenstände (z. B. Möbel) mehr oder weniger zufällig im Raum zerstreut oder verteilt. Dieses Phänomen trägt zu einer guten Raumakustik bei.

Echo
Einzelner hörbarer Schallimpuls, der von einer (großen) Fläche reflektiert wird, wenn zuvor ein Schallimpuls (z. B. Händeklatschen) in Richtung auf die Fläche gesendet wurde.

Flatterecho
Periodische Abfolge von Echos, die dadurch zustande kommt, dass ein Schallimpuls zwischen zwei (großen) parallelen Wänden wiederholt reflektiert wird. Kann erzeugt werden, indem man sich zwischen zwei parallele Wände stellt und einmal in die Hände klatscht.

Frequenz
Anzahl der Schwingungen pro Sekunde. Die Maßeinheit ist Hertz (Hz). Maß für die Tonhöhe („Bass“, „Diskant“ usw.). Das menschliche Ohr ist in der Lage, Frequenzen von ca. 20 Hz bis 18.000 oder 20.000 Hz zu hören.

Lautstärke
Wird in Dezibel (dB) gemessen. Das menschliche Ohr kann sehr schwache Laute ab etwa 0 dB wahrnehmen. Die Skala ist nach oben offen, jedoch können Schallpegel über 120–130 dB schon bei kurzzeitiger Einwirkung das Gehör schädigen. Die Messung erfolgt mithilfe eines kalibrierten Schalldruckmessers.

Lärmbarometer
Infografische Darstellung des Zusammenhangs zwischen dem Schallpegel (in dB) und einer Reihe von Alltagssituationen.

Membranabsorber
Schallabsorber aus einer dünnen Platte mit einem dahinterliegenden Hohlraum. Die Platte schwingt wie eine Membran und absorbiert so vor allem den niedrigfrequenten Schall im Tieftonbereich.

Nachhallzeit
Die Zeit (in Sekunden), die vergeht, bis der Schallpegel um 60 dB abgeklungen ist, nachdem die Schallquelle verstummt ist.

Peak – der Spitzenwert
Spitzenwert (d. h. absoluter Höchstwert) des Schalldruckpegels, z. B. eines Schusses.

Porenabsorber
Schallabsorber aus porösem Material, z. B. Mineralwolle, Stoffe, Textilien oder Teppiche. Ein Porenabsorber absorbiert typischerweise Mittel- und Hochtöne, funktioniert jedoch nicht im Tieftonbereich.

Resonanzabsorber
Schallabsorber, der aus einer perforierten Platte besteht, zumeist aus Gipskarton oder Metall mit dahinterliegendem Hohlraum. Resonanzabsorber haben den höchsten Wirkungsgrad im Mitteltonbereich und sind im Tief- und Hochtonbereich weniger effektiv.

Sabinesche Formel
Die Sabinesche Formel besagt, dass die Nachhallzeit eines Raums (in Sekunden) gleich einer Konstanten multipliziert mit dem Raumvolumen (in m3) und dividiert durch die Gesamtabsorption im Raum (in m2 Sab) ist.

Sprachübertragungsindex (STI)
Maß für die Sprachverständlichkeit in einem Raum oder einer Lautsprecheranlage. Ein spezielles Messgerät, das besondere Testsignale aussendet, ermöglicht das direkte Ablesen des Sprachübertragungsindex in einer akustischen Situation.

Sprachverständlichkeit
Grad der Geeignetheit eines Raums oder einer Lautsprecheranlage zur deutlichen Sprachwiedergabe, bei der die Zuhörer die gesprochenen Wörter korrekt verstehen.